Freitag, 15.02.19 | Bratislava

EU Coalition Explorer 2018

Zu Beginn des Jahres, in dem man über die Zukunft der EU in der Europawahl entscheiden wird, organisierte FES SK in Zusammenarbeit mit dem Onlineportal EurActiv eine Veranstaltung, bei der ein einzigartiges Analyseinstrument für die Bündnisse und Koalitionen unter den EU-Mitgliedstaaten vorgestellt wurde. Aktualisierte Ergebnisse des neu überarbeiteten Online-Tools stellte die Leiterin des Berliner Büros ECFR (European Council for Foreign Relations) Almut Möller am 15. Februar 2019 in den Räumlichkeiten der Philosophischen Fakultät der Comenius-Universität in Bratislava nahe. Das Fachwissen im Kontext slowakischen Realien brachte in die Diskussion Oľga Gyárfášová, die Direktorin des Institutes für Europäische Studien und internationale Beziehungen FSEV UK.

Der EU Coalition Explorer erkundet und analysiert Bündnisse und strategische Zusammenarbeit, ihre Intensitäten sowie thematische Orientierung unter den EU-Mitgliedstaaten auf Grundlage von Gesprächen mit Experten und Expertinnen, die über das Fachwissen zur EU-Politikbildung in den einzelnen Staaten verfügen. Sich daraus ergebende Daten bieten ein einzigartiges Bild, das weder von Meinungsumfragen und Erhebungen noch von der Stimmenverrechnung im Europarlament gewonnen werden kann. Wie Almut Möller betont, entscheidet vor allem die Wahrnehmung der einzelnen Staaten.

Die Daten zeigen, dass die Slowakei ihre Verbündeten hauptsächlich in den geographisch nah gelegenen Ländern sucht. Die gegenseitige Beziehung zwischen der Slowakischen Republik und der Tschechischen Republik zeigt sich als eine der stärksten bilateralen Beziehungen im heutigen Europa. Andere Länder, an die sich die Slowakei direkt nach Tschechien wendet, sind die anderen V4-Staaten – Polen und Ungarn. Gemeinsame Interessen außerhalb der V4 sucht die Slowakei mit Deutschland, Slowenien, Kroatien und Bulgarien. Umgekehrt gilt es, dass außer den V4-Ländern, die die Slowakei als seinen Verbündeten am häufigsten wahrnehmen, auch Österreich, Slowenien, Kroatien und Bulgarien in der Slowakei Bündnispotenzial sehen. Anhand der aktualisierten Daten zeigte sich zudem eine weitere interessante Entwicklung: die Bündnisse zwischen dem östlichen und dem westlichen Teil der EU wurden nach 2016 schwächer. Ungarn sei außerdem das meist frustrierende Land für andere EU-Mitglieder.

Mehr Informationen zu den Ergebnissen des Online-Tools EU Coalition Explorer 2018, vor allem aus der Sichtweise der Slowakei, finden Sie im Artikel der Chefredakteurin EurActiv Zuzana Gabrižová, die die Veranstaltung auch moderierte.

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