31.05.2021

Online-Seminar: Wozu die Dreigliedrigkeit?

Das letzte Jahr hat gezeigt, dass der soziale Dialog seine Berechtigung hat, sozialen Frieden zu schaffen, umso mehr in Krisenzeiten. Viele kennen das Konzept der Dreigliedrigkeit jedoch nur aus den Medien und nur wenige wissen wirklich, was ihre wahre Herkunft, Bedeutung und Notwendigkeit im slowakischen, aber auch ausländischen Kontext ist.

In diesem Jahr hat die FES Bratislava in Zusammenarbeit mit CELSI eine Reihe von Online-Seminaren zu Themen des Arbeitsmarktes vorbereitet. Das erste der Online-Seminare widmete sich der Suche nach Antworten auf die Fragen, was eine Dreigliedrigkeit ist, wie sie in der Slowakei nach den diesjährigen Gesetzesänderungen funktionieren wird und was Beispiele für bewährte Verfahren im Ausland sind.

Die Gäste des Online-Seminars waren Marta Kahancová, Geschäftsführende Direktorin des Central European Labour Studies Institute, Bengt Larsson, Professor für Soziologie der Universität Schweden, und Monika Uhlerová, Vizepräsidentin des KOZ SR.

Zuzana Homer, Leiterin des FES-Büros in Bratislava, nannte in ihrer Einführungsrede die Bedeutung dieses Themas und den Anlass, ein Seminar zu diesem Thema zu organisieren. Die Dreigliedrigkeit ist laut Z. Homer ein wichtiges Instrument, das die Funktion hat, den sozialen Frieden zu sichern, und die Öffentlichkeit sollte auch verstehen, wozu die Dreigliedrigkeit dient.

In ihrem Vortrag Sozialer Dialog und Dreigliedrigkeit stellte Marta Kahancová die Grundlagen und den internationalen Kontext vor. Sie definierte das Konzept der Dreigliedrigkeit, seine historische Grundlage, die Position der Dreigliedrigkeit in den EU-Ländern und auch die Position der Dreigliedrigkeit in der Slowakei vor.

Der schwedische Professor Bengt Larsson stellte das Beispiel Schwedens und die Rolle einzelner Akteure bei Tarifverhandlungen vor. Laut Larsson spielt der Staat bei Tarifverhandlungen keine Rolle, er bildet die Grundlage für die Gestaltung der Arbeitsbedingungen, fungiert als Vermittler und übt Druck auf die Sozialpartner aus. In Schweden gibt es 50 Gewerkschaften, die 70 % der Arbeitnehmer zusammenbringen, es gibt drei Zentralverbände und 60 Arbeitgeberverbände, und die Tarifbindung im Land beträgt 90 %, fügte Larsson hinzu.

Die historische Sichtweise - der Ursprung und die Etablierung der dreigliedrigen Institution unter den Bedingungen der Slowakei - wurde von Monika Uhlerová präsentiert. Historisch gesehen begann sich die Dreigliedrigkeit nach der Revolution von 1989 als Teil des Systemwechsels zu entwickeln. In der Slowakei habe die Regierung die Entstehung der Dreigliedrigkeit initiiert, d.h. sie habe sich nicht "von unten" etabliert, sondern wurde "von oben" geschaffen, was auch der Grund dafür sei, dass die Regierung in dieser Institution eine dominante Stellung behalte, sagte M. Uhlerová. Die Dreigliedrigkeit und ihre Bedeutung bewähren sich laut M. Uhlerová in Krisenzeiten oder in den Nachkriesenzeiten. Die Slowakei sei eines der wenigen Länder, in denen die Dreigliedrigkeit gesetzlich verankert sei, fuhr M. Uhlerová fort und betonte, dass die gesetzliche Ausgestaltung der Dreigliedrigkeit nicht automatisch ein Instrument zur Stärkung der Dreigliedrigkeit und der Bedeutung des sozialen Dialogs im Land sei.

Die Aufzeichnung des Online-Seminars auf slowakisch finden Sie HIER

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