Freitag, 21.06.19 - Sonntag, 23.06.19 | Banská Bystrica

Sommerschule: Junge gegen Extremismus und Radikalismus

Der Aufstieg extremistischer und antidemokratischer Kräfte ist auch im slowakischen Kontext einer der gefährlichsten Phänomene der Gegenwart. Dieser Trend wird hauptsächlich durch eine gewisse Veränderung in den Köpfen der Menschen gestützt, die sich, aus welchen Gründen auch immer, Ordnung und eine starke Hand als Antwort auf die vielfältigen Herausforderungen der heutigen Zeit wünschen. Ähnliche autoritäre Einstellungen, die mit fremdenfeindlichen Äußerungen gegenüber verschiedenen Minderheiten einhergehen, treten zunehmend in die Mitte des gesellschaftlichen Diskurses, hauptsächlich durch das Wirken der sogenannten alternativen Plattformen im Internet. In diesem Zusammenhang sind junge Menschen die am stärksten gefährdete Gruppe, wie sich bereits seit vier Jahren an den steigenden Wahlerfolgen der rechtsextremen Partei ĽSNS beobachten lässt, deren Stimmenbasis von der Gruppe der Erstwähler_innen dominiert wird.

Wir freuen uns daher, dass wir bereits zum dritten Mal die Sommerschule: Junge gegen Extremismus und Radikalismus unterstützen konnten, die am 21.-23. Juni 2019 in Banská Bystrica von unserem Partner, dem Slowakischen Institut für Sicherheitspolitik (SSPI), organisiert wurde und wichtige Instrumente und Kenntnisse zur Bekämpfung des Extremismus in der Slowakei vermittelte. Fast 25 Gymnasiasten aus der ganzen Slowakei besuchten die Vorträge und Schulungen mit dem Schwerpunkt auf zunehmendem Extremismus und Radikalismus in unserer Gesellschaft.

Die dreitägige Veranstaltung wurde von der Direktorin des Slowakischen Instituts für Sicherheitspolitik Monika Masariková und Natália Kancelová von der Friedrich-Ebert-Stiftung eröffnet.

Der Eröffnung folgte der erste Vortrag von Tomáš Nociar, einem Experten für Rechtsextremismus und Radikalismus mit dem Titel „Die zeitgenössische Rechte als wichtigste Quelle der Radikalisierung in Europa“.

Der zweite Tag begann mit einem Vortrag des Komikers und Drehbuchautors Ján Gordulič, in dem die Schüler_innen die häufigsten Desinformationen in der heutigen Gesellschaft kennenlernten.

Den Vorträgen folgten die ersten Trainings. Die Ausbildung zum „Kritischen Denken“ wurde von Ondrej Schütz, einem Dozenten für kritisches Denken, durchgeführt, der in seinem Workshop praktische Übungen für die Student_innen vorbereitete. Die Teilnehmer_innen lernten kritisch zu denken und Informationen zu verifizieren.

Das Nachmittagstraining wurde von Irena Bihariová geleitet - einer Anwältin, die sich mit Extremismus und Rassismus befasst. Das Training „Die Manifestationen des Extremismus und der Kampf gegen ihn“ machte die Schüler_innen mit dem Thema des zunehmenden Extremismus gegen Roma-Minderheiten vertraut.

Jaroslav Naď, Experte für Verteidigung und Sicherheit, sprach am dritten Tag der Sommerschule in seinem Vortrag über die am weitesten verbreiteten Mythen über die Europäische Union, die Nordatlantische Allianz und unsere Mitgliedschaft darin. Nach dem Vortrag begann eine lebhafte Debatte über diese Mythen und warum sie nicht wahr sind.

Nach Abschluss der Sommerschule nahmen die Schüler ihre Zertifikate mit nach Hause und schlugen vor, eine gemeinsame Online-Plattform zu erstellen, auf der sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen nach der Sommerschule gemeinsam austauschen könnten.

Friedrich-Ebert-Stiftung
Vertretung in der Slowakischen Republik 

Maróthyho 6
81106 Bratislava

+421 2 54 41 12 09
+421 2 54 41 18 80

fes(at)fes.sk

 

 

nach oben