Web-Seminar: Automobilindustrie nach der Koronarkrise

Die COVID-19-Pandemie wird eine ernsthafte Krise für die Autoindustrie verursachen. Die Einstellung der Produktion und die Unterbrechung der Versorgung betreffen nicht nur die Automobilhersteller und ihre Mitarbeiter, sondern auch die Zulieferer. Angesichts der starken Position des Sektors wird dies die slowakische Wirtschaft ernsthaft beeinflussen. Darüber hinaus kommt die Koronakrise zu einer Zeit, in der die Automobilhersteller vor mehreren langfristigen Herausforderungen stehen: Dekarbonisierung, Automatisierung, Digitalisierung.

Ein weiteres Web-Seminar zu den Auswirkungen der aktuellen Koronakrise, das von FES SK in Zusammenarbeit mit dem Portal euractiv.sk organisiert wurde, befasste sich mit den Auswirkungen der aktuellen Krise auf die Automobilindustrie. Zuzana Homer, Leiterin des FES-Büros in Bratislava, beschrieb die Situation in der Automobilindustrie in Deutschland anhand statistischer Zahlen und erwähnte auch die Auswirkungen der Probleme in Deutschland auf die slowakische Automobilindustrie. In Deutschland sind bis zu 100.000 Arbeitsplätze in der Automobilindustrie gefährdet, was bedeutet, dass jeder zwölfte Deutsche, der in dem Sektor arbeitet, seinen Arbeitsplatz verliert, diesen Zustand versucht die Bundesregierung durch das sogenannte Instrument der Kurzarbeit zu verhindern.

 

Peter Kremský, Abgeordneter des Nationalrats der Slowakischen Republik für die OĽaNO-Partei, bezeichnete die Kurzarbeit in der Diskussion als eine der bestmöglichen Maßnahmen in der gegenwärtigen Situation. Er äußerte auch die Hoffnung, dass die Kurzarbeit dauerhaft funktionieren wird und nach dem Vorbild Deutschlands Mittel für dieses Instrument geschaffen werden, aus denen die Kurzarbeit finanziert wird. Laut Kremský ist das Wichtigste, dass die Menschen in der gegenwärtigen Situation ihren Arbeitsplatz nicht verlieren, das bedeutet, dass das Ziel der Regierung darin bestehen muss, die Beschäftigungsrate aufrechtzuerhalten.

Monika Martišková vom Mitteleuropäischen Institut für Arbeitsforschung (CELSI) nahm ebenfalls an der Diskussion teil, wo sie sich derzeit mit den Auswirkungen der Pandemie auf die Automobilindustrie und die Arbeitsplätze in diesem Sektor befassen. Martišková stellte fest, dass, wenn die Automobilindustrie in normalen Zeiten stabile Arbeitsplätze mit einer sehr guten Gewerkschaftsorganisation bietet, sind in den Krisenzeiten wie während der COVID-19-Pandemie Arbeitsplätze in diesem Sektor gefährdet und vor allem die sogenannten Agenturmitarbeiter am meisten betroffen sind.

 

Ein weiterer Diskussionsteilnehmer war Pavol Prepiak, Leitender Vizepräsident des Verbandes der Automobilindustrie der Slowakischen Republik, der die Tatsache erwähnte, dass ungefähr 14% des BIP an die Automobilproduktion und verwandte Hersteller gebunden ist. Laut Prepiak ist es wichtig Bedingungen in der Automobilindustrie zu schaffen, die mit dem globalen Standard in dieser Branche konkurrieren können.

 

Laut Marek Švec, Generalsekretär der Assoziation für Arbeitsrecht und moderne Gewerkschaften von Volkswagen, wird die Automobilindustrie nach dem Ende der Pandemie nicht mehr auf dem gleichen Niveau sein wie zuvor. M. Švec begründete diese Aussage mit der bereits sehr komplizierten Situation zwischen Automobilwerken und Subunternehmern, dem Abbau von Arbeitsplätzen und der Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen - die mit der Frage von Kollektivverträgen verbunden ist - angesichts der kommenden Herausforderungen der Emissionsreduzierung, Elektromobilität, Robotisierung und Digitalisierung der Produktion zu begründen.

 

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